Weekly Throwback: Woche 1

VERÖFFENTLICHT AM 16.3.2018 @ USA 2018
SPRACHEN: EN

Die Zeit rennt. Schon eine Woche ist vergangen, seit wir in New York angekommen sind. Um die Erinnerung aufrecht zu erhalten, blicke ich in der Rubrik Weekly Throwback auf die jeweils vergangene Woche zurück.

Die ersten sieben Tage in Big Apple verliefen größtenteils entspannt und frei von großen Verpflichtungen. Schließlich brauchte jede*r von uns seine Zeit, um den Jetlag zu überwinden und mit der neuen Umgebung klarzukommen. Die Zeit haben wir mit der Erkundung der näheren Umgebung und dem Sammeln erster Großstadteindrücke verbracht.

Erkundete Orte

Harlem

Unsere erste Unterkunft in New York liegt im Stadtviertel Harlem, dass auf der Insel von Manhattan liegt, genauer gesagt wohnen wir auf W 127th Street (der westlichen 127. Straße). Harlem ist in West- und Ost-Harlem geteilt und vor allem in West-Harlem hat die Gentrifizierung schon ordentlich zugeschlagen. Das Viertel wird vorrangig von schwarzen Menschen bewohnt und geprägt. Ein hoher Anteil der Bevölkerung ist (entsprechend Wikipedia) von Armut betroffen. Dennoch sind die Einkaufsstraßen gesäumt von Öko-Supermärkten, Markenläden und Shops, die internationale Mobilfunktarife anbieten. Außerdem gibt es auch hier ein dem Berliner Späti sehr ähnliches Geschäftskonzept, dessen Vertreter fast an der Ecke jedes Blocks zu finden sind: der Deli.

In den ruhigeren Seitenstraßen befinden sich die für New York typischen braunen Reihenwohnhäuser, die Brown Stone Houses. Nicht alle sind aus braunem Sandstein gebaut, jedoch sind die meisten zumindest braun gestrichen. Das klassische Haus besteht aus einem Erdgeschoss, welches drei Stufen unterhalb des Gehwegs liegt und dessen Eingang sich unter der Treppe zum eigentlichen Haupteingang im ersten Stock befindet. Zu diesen zwei Etagen kommen dann meist noch zwei weitere Obergeschosse hinzu. Bei so großer Wohnfläche verwundert es nicht, dass sich sehr viele der Unterkünfte, welche für mittel- oder langfristige Untervermietung zur Verfügung stehen, in einer oder mehreren Etagen dieser Gebäude befinden.

Central Park & Upper East Side

Im Süden wird Harlem von Central Park begrenzt. Der Park ist riesig und (trotz vieler weiterer kleine Parkanlagen) New Yorks Grüne Lunge. An jenem sonnigen aber kalten Tag, an dem wir den Park zum ersten Mal besuchten, hat uns ein Marsch durch 13 der Anlage über eine Stunde gekostet. Trotz der Kälte begegneten uns viele Jogger, welche wohl durch die zahlreichen Hügel des Parks besonders motiviert waren. Ansonsten ist der Central Park im März dennoch eher menschenleer. Vermutlich wird sich das erst mit dem (hoffentlich kurz bevorstehenden) Frühlingseinbruch verändern.

Östlich des Parks befindet sich die Upper East Side, welche im Vergleich zu Harlem weitaus wohlhabender ist. Unserem Eindruck nach leben hier viele Menschen mit latein-amerikanischem Hintergrund. In der Lexington Pizza Parlor haben wir uns eine wirklich große New York Style Pizza schmecken lassen.

Columbia University

All jene von euch, die meinen ersten Beitrag zu unserem New York Aufenthalt gelesen haben, ist vielleicht noch in Erinnerung, dass der eigentliche Grund für unsere Reise Lês Dissertation ist. Daher haben wir in der ersten Woche auch einige Zeit auf dem Campus der Columbia University verbracht. Das Institute for the Study of Human Rights ist in der Riverside Church untergebracht, welche sich in den Morningside Heights befindet… Ja, in einer Kirche! Ganz im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier anscheinend wenig Vorbehalte gegenüber einer gemeinsamen Kirchennutzung durch geistliche und weltliche Institutionen.

Times Square

Mittendrin in Midtown Manhattan flackert und pulsiert der Times Square. Die ihn durchkreuzenden engen Straßen scheinen tiefe Schluchten zwischen die Wolkenkratzer zu schneiden und sind vom Verkehr verstopft. Riesige Glasfronten reflektieren hunderte Bildschirme, Neonschilder und Laufschriften. Der Times Square war und ist für mich das Sinnbild von New York City.

Was uns neu war

  • New York setzt sich aus 5 Stadtteilen zusammen, den boroughs: Manhattan, Brooklyn, The Bronx, Queens und Staten Island
  • Über New Yorks Grenzen hinweg bekannte Straßen wie der Broadway und die 5th Avenue ziehen sich durch ganz Manhattan und haben demnach viele unterschiedliche Gesichter.
  • Eines der Hauptmerkmale einer New York Style Pizza ist ihr großer Durchmesser.
  • Whole Foods Market ist eine Supermarktkette, die Bio-Lebensmittel verkauft.

Was uns gefallen hat

  • Eine Filiale von Whole Foods Market befindet sich in Gehweite von unserem Zuhause.
  • Die Times-Square-Filiale der Restaurantkette Olive Garden eignet sich hervorragend für ein italo-amerikanisches Mittagessen, bietet Ruhe für Babys und eine Suppen- und Salat-Flatrate.
  • Viele Straßen in Harlem wurden inzwischen nach Persönlichkeiten der US-Bürgerrechtsbewegung umbenannt: Malcom X Blvd, Adam Clayton Powell Jr. Blvd, Martin Luther King Blvd.
  • Der Professor, der uns seine Wohnung in der 88. Straße als unsere zweite New Yorker Unterkunft zur Verfügung stellen wird, überlässt sie uns für einen Preis, der sich weit, sehr weit unter dem üblichen Niveau befindet. Und das einfach nur, weil er ein netter Typ ist.

Was komisch war

  • Nicht einmal die Hälfte der U-Bahn-Stationen ist für Kinderwägen oder zumindest für Menschen mit Behinderung zugänglich. Da muss echt noch viel passieren.
  • Es ist eine nahezu unlösbare Aufgabe, die mit dem passenden Tarif versehene Simcard von Lycamobile zu kaufen: im Shop, wie auch online.